Soziales Projekt im TuS Bothfeld 04: Mit VIE – Volleyball for Integration & Empowerment wächst eine neue Frauenmannschaft.
Im TuS Bothfeld 04 wächst derzeit ein neues Team, an dem besonders deutlich wird, wie Sport verbinden, stärken und einen Weg in einen neuen Lebensabschnitt öffnen kann. Das Projekt VIE – Volleyball for Integration & Empowerment – hat Frauen und Mädchen zusammengebracht, von denen ein großer Teil aus der Ukraine kommt, und entwickelt sich Schritt für Schritt von einer offenen Trainingsgruppe zu einer echten Mannschaft.
Eine besondere Rolle spielt dabei auch der TuS Bothfeld 04. Die Offenheit des Vereins und die Begleitung durch seine Vertreterinnen und Vertreter – darunter auch Stefan Henssen, Abteilungsleiter Volleyball – haben den Start des Projekts wesentlich mitgetragen.
Der Start des Projekts war am 23. Januar. In der ersten Phase meldeten sich 36 Mädchen und Frauen an. Seit Anfang Februar laufen die ersten Trainingseinheiten und für viele Teilnehmerinnen damit auch der Einstieg in eine neue sportliche Erfahrung.
Über zwei Monate hinweg probierten Frauen und Mädchen im Alter von 12 bis 64 Jahren Volleyball aus, lernten die Grundlagen dieser Sportart kennen und entwickelten nach und nach ein Gefühl für Feld, Bewegung und Spielrhythmus. Für einige war es die erste Begegnung mit Volleyball. Für andere war es die Rückkehr in den Sport nach langer Pause – teilweise nach mehr als 40 Jahren.
Heute trainieren bereits 18 Teilnehmerinnen regelmäßig. Das Team bereitet sich auf den nächsten wichtigen Schritt vor: Ab Herbst 2026 soll der Einstieg in die Kreisliga Hannover gelingen, um erste Erfahrungen im Spielbetrieb in Deutschland zu sammeln. Aktuell nehmen Teilnehmerinnen des Teams an einem Schiedsrichterlehrgang zur C-Lizenz teil.
Die Besonderheit dieses Teams liegt nicht nur in seiner sportlichen Motivation. Ein großer Teil der Teilnehmerinnen sind Ukrainerinnen. Viele von ihnen bringen Migrationserfahrungen, einen erzwungenen Neuanfang und herausfordernde Lebensumstände mit. Gerade deshalb zeigt sich hier besonders klar, dass Sport ein wichtiger Teil von Integration, Alltagsstabilität und gesellschaftlicher Teilhabe sein kann.
Besonders schön ist, dass sich das Miteinander längst nicht nur in der Sporthalle entwickelt. Die Teilnehmerinnen haben sich erst vor kurzer Zeit kennengelernt und bereits eine kleine Musikgruppe gegründet: Sie spielen gemeinsam Gitarre, singen, tauschen sich aus und lernen sich auch außerhalb des Trainings immer besser kennen. Darüber hinaus führen sie einen eigenen Instagram-Account, auf dem sie Einblicke in ihre Entwicklung als Team geben.
VIE entwickelt sich dank der Menschen und Organisationen, die von Anfang an an das Projekt geglaubt und seine ersten Schritte begleitet haben. Unterstützt wird das Projekt vom NWVV – Nordwestdeutscher Volleyball-Verband, vom Verein WESNA, vom Ukrainischen Verein in Niedersachsen e. V., vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e. V. (UFU Hannover) sowie vom Startsponsor DeLvEs Trade & Consulting e. K.. Durch diese Unterstützung entstanden die ersten realen Voraussetzungen für Training, Entwicklung und einen stabilen Start.
Projektkoordinatorin Alla Movchan sagt dazu:
„Für mich ist VIE nicht nur Volleyball. Es ist ein Raum, in dem Frauen mit Migrationsgeschichte wieder innere Stabilität finden, ihre eigene Stärke sehen und Menschen begegnen können, die ihnen nah werden. Mir ist wichtig, dass jede Teilnehmerin spürt: Sie wird hier gesehen, sie ist hier willkommen und sie hat das Recht, sich im Sport weiterzuentwickeln und Schritt für Schritt Teil eines echten Teams zu werden.“
Das Team hat ein klares Ziel, und der Weg dorthin hat bereits begonnen. Im Herbst 2026 soll der Start in der Kreisliga Hannover erfolgen. Bis dahin wächst VIE im TuS Bothfeld 04 weiter – sportlich, menschlich und als Teil einer lebendigen Vereinskultur. Derzeit sucht das Team zudem nach einem Sponsor, der diesen Weg mit unterstützen möchte.







